In 8 Schritten zum 7-Punkte-Plot

So sieht der 7-Punkte-Plot aus:

  1.  Hook/Anfang: Der Anfang ist das Gegenteil des Endes
  2.  Plot poin t 1/Wendepunkt 1: Der Konflikt wird eingeführt
  3.  Pinch1/Druckpunkt 1: Druck! Die Figuren werden zur Handlung gezwungen, der Antagonist wird eingeführt
  4.  Mid Point/Mittelpunkt: Der Held hört auf zu reagieren, ab hier agiert er. Ab hier arbeitet der Held auf das gewünschte Ende hin.
  5. Pinch 2/Druckpunkt 2: Mehr Druck! Die Situation scheint aussichtslos.
  6. Plotpoint 2/Wendepunkt2: Hier bekommt der Held die Sache oder Fähigkeit, die er braucht, um sein Ziel zu erreichen
  7.  Resolution/Auflösung: Wie sieht das Ende deines Romans aus?

Hook

Anfang

Plot Point 1

Wendepunkt 1

Pinch 1
Druckpunkt 1

Mid Point
Mittelpunkt

Pinch 2

Druckpunkt 2

Plot point 2

Wendepunkt2

Resolution
Auflösung

 

Der Clou an dieser Methode (nach Dan Wells, es gibt dazu Youtube Videos von ihm) einen Plot zu erarbeiten, ist, dass man eben nicht am Anfang anfängt und sich dann der Reihe nach durch die Handlung nach hinten arbeitet. Man springt ein wenig hin und her, erreicht aber mehr als bei einer chronologischen Vorgehensweise.

 

Keine Sorge, das ist einfach.

 Zunächst sollte man zumindest einen Pitch (1. Schritt) haben, das heißt, die Zusammenfassung der Idee oder der Handlung in einem, maximal zwei Sätzen. Durch die Kondensation der Idee auf möglichst wenige Worte soll klar werden, was Ziel und Thema der Geschichte sind.

 

Und dann geht es los:

Man fängt dabei an, sich zu überlegen, wie man sich das Ende des Romans, die Auflösung (2. Schritt) des gestellten Problems, vorstellt. Wo steht die Figur am Ende? Alles, was in der Geschichte passiert, führt zu diesem Moment hin. Anders gesagt: Hier wird das Ziel festgelegt und damit bestimmt, welche Szenen und Aktionen für die Story handlungsrelevant sind (alles, was nicht handlungsrelevant ist, muss später entfernt werden). Es geht aber auch darum, sich hier schon zu überlegen, worum es in der Geschichte gehen soll, und zusätzlich, sich zu überlegen, welche Art von Geschichte man erzählen möchte. Geht sie gut aus? Ist es eine Romanze oder ein Thriller (oder beides)? Ist sie mehr handlungsgesteuert oder durch die Figuren bestimmt?

 

Hat man sich das Ende überlegt, kommt als nächstes der Anfang (3. Schritt). Dan Wells meint, das sei ganz einfach, der Anfang sei das Gegenteil des Endes. Das ist natürlich ein bisschen vereinfacht ausgedrückt. Tatsächlich stimmt das für die Ausgangsituation. Diese sollte eine dem Ende gegenteilige Situation darstellen (das Liebespaar hat sich noch nicht gesehen/bekommen, der Mörder ist nicht gefasst). Das Wort Hook, das hier oft benutzt wird, würde ich lieber mit Aufhänger übersetzen, der entspricht nicht unbedingt dem Anfang. Die Ausgangsituation („die gewohnte Welt des Helden“) kann recht langweilig sein, das zu schildern ist nicht unbedingt ein guter Einstieg in eine Geschichte. Deswegen keine Panik, beim Plotten geht es darum, die Ausgangssituation festzulegen, einen eleganten Einstieg in die Geschichte überlegt man sich später.

 

Wenn die Heldin der Geschichte am Ende stark ist, sollte sie am Anfang der Geschichte schwach sein, dadurch entsteht automatisch eine Entwicklung der Heldin.

 

Der nächste wichtige Punkt, den es festzulegen gilt, ist der Mittelpunkt oder Mid Point (4. Schritt). Dieser Punkt markiert die Mitte zwischen den beiden Zuständen Anfang und Ende. Ab hier bewegen sich die Figuren unaufhaltsam dem Zustand am Ende hin zu. Sie hören auf zu reagieren und beginnen, zu agieren. Oft, aber nicht zwangsweise, ist dieser Punkt auch von der Seitenanzahl her in der Mitte des Romans zu finden.

 

Um die Geschichte voranzutreiben, sind Wendepunkte nötig.

Der erste Wendepunkt bzw. Plot Point 1 (5. Schritt) markiert den Punkt zwischen Anfang und Mittelpunkt. Hier ist ein guter Zeitpunkt, um den Konflikt einzuführen. Hier ändert sich die Welt der Hauptfigur: Sie trifft neue Leute oder entdeckt neue Geheimnisse. Der erste Wendepunkt entspricht dem Ruf zum Abenteuer aus der Heldenreise.

 

Den zweiten Wendepunkt bzw. Plot Point 2 (6. Schritt) setzt man in die Mitte zwischen Mittelpunkt und Ende. Am Mittelpunkt entschließt sich der Held, etwas zu tun oder zu erreichen, am Ende tut er es wirklich. Am Wendepunkt 2 bekommt der Held die Fähigkeit oder die Sache, die er braucht, um diese Handlung auch tatsächlich auszuführen. Es kann auch eine Fähigkeit sein, die er in sich selbst entdeckt…

 

Damit haben wir einen fünfteiligen Plot erstellt. Für den 7-Punkte-Plot fehlen nun noch die beiden letzten Schritte, nämlich Pinch 1 und 2 oder Druckpunkte. Druckpunkte haben wir sie genannt, weil an diesen beiden Punkten explizit Druck auf die Figuren, vor allem den Protagonisten ausgeübt wird. Man kann es sich ein bisschen vorstellen wie Akkupressurpunkte: Wenn man an diesen Punkten Druck ausübt, geschieht etwas.

 

Den ersten Druckpunkt (Schritt 7) setzen wir zwischen den ersten Wendepunkt und den Mittelpunkt. Um Druck auszuüben, könnte etwas schief gehen, die „bösen Jungs“ könnten angreifen, der Frieden könnte brechen, das gewohnte Umfeld des Helden ist gefährdet. Dieser Punkt soll die Figuren zum Handeln zwingen. An diesem Punkt wird oft der Antagonist eingeführt.

 

Den zweiten Druckpunkt (Schritt 8) brauchen wir zwischen Mittelpunkt und dem zweiten Wendepunkt, natürlich mit dem Ziel, noch mehr Druck auszuüben. Und zwar so viel Druck, dass die Situation für den Helden aussichtslos erscheint. Beispiele könnten sein, dass ein Plan schief geht, ein Mentor des Helden stirbt und den Helden alleine mit dem Problem lässt, dass es so aussieht, als würden die „bösen Jungs“ gewinnen. Alle diese Faktoren erhöhen für den Helden die Schwierigkeit, den Sieg (wie auch immer der aussieht) zu erringen. Damit es sich für den Leser anfühlt, als wäre dieser Sieg verdient, sollten die hier gestellten Hindernisse möglichst hoch sein.

 

Mit diesen 8 Schritten hat man den 7-Punkte-Plot für die grundlegende Story erarbeitet. Dieser muss natürlich noch erweitert werden, Figuren müssen angelegt und ausgearbeitet werden, Nebenhandlungen eingeführt, Schauplätze erzählt werden.

 

Normalerweise bestehen Geschichten aus mehr als einem Plot. Man kann für jede Figur, für jedes Problem, für jede Plotlinie einen solchen siebenstufigen Plot erstellen. Für eine gute Übersicht (die man bis zum Kapitel/Szenenplan hin ausarbeiten kann), kann man die verschiedenen Plotlinien in einer Tabelle zusammenfassen. Das kann so aussehen:

 

 

Figur

Liebesgeschichte

Betrug

Aktion

Mord …

Anfang

 

 

 

 

 

Wendepunkt 1

 

 

 

 

 

Druckpunkt 1

 

 

 

 

 

Mittelpunkt

 

 

 

 

 

Druckpunkt 2

 

 

 

 

 

Wendepunt 2

 

 

 

 

 

Auflösung

 

 

 

 

 

 

Die 8 Schritte nochmal zusammengefasst:

  1.  Pitch: Deine Idee in einem Satz
  2.  Resolution/Auflösung: Wie sieht das Ende deines Romans aus?
  3.  Anfang/Hook: Der Anfang ist das Gegenteil des Endes
  4.  Mid Point/Mittelpunkt: Der Held hört auf zu reagieren, ab hier agiert er. Ab hier arbeitet der Held auf das gewünschte Ende hin.
  5. Plot point 1/Wendepunkt 1: Der Konflikt wird eingeführt
  6. Plotpoint 2/Wendepunkt 2: Hier bekommt der Held die Sache oder Fähigkeit, die er braucht, um sein Ziel zu erreichen
  7.  Pinch 1/Druckpunkt 1: Druck! Die Figuren werden zur Handlung gezwungen, der Antagonist wird eingeführt
  8. Pinch 2/Druckpunkt 2: Mehr Druck! Die Situation scheint aussichtslos.

 Viel Spaß beim Plotten wünscht die Büchermacherei

 

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